00:00:10: Herztöne, der Hebammenpodcast des Schweizerischen Hebammenverbandes.
00:00:18: Es ist ein fröhliches Gewimmel morgens zwischen acht und neun Uhr in der Mutter-Kinderabteilung am Spital Auffoltern im Kanton Zürich.
00:00:28: Mütter mit erst gerade geborenen Babys gehen durch den Korridor zur Dusche andere sind mit ihren Kleinkindern auf dem Weg zu Frühstück und Kaffee.
00:00:39: Nichts deutet von außen darauf hin, dass hier Frauen mit Traumata leben.
00:00:46: In der Mutter-Kinderabteilung in Auffoltern finden Mütter mit bis zu drei Jahre alten Kindern eine Heimat auf Zeit wenn sie unter psychischen Erkrankungen leiden.
00:00:58: was hier besonders ist die Mutter Kinder Abteilung bietet Praktikumsplätze für Hebammen Studentinnen der ZHAW der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften.
00:01:12: Ich bin Rebekah Heffeli und ich habe die Station besucht, mich mit Rebecca Kavlisch und Mia Grünberg unterhalten.
00:01:23: Rebecca Kaflisch ist die Stationsleiterin und Mia Grünenberg studiert Hebamme an der ZHAW der Zörcher HochSchule für Angewandte Wissenschafte.
00:01:35: Du machst hier ein Praktikum, aber stellt euch doch bitte zuerst kurz vor.
00:01:39: Vielleicht zuerst du Mia?
00:01:41: Ja genau ich bin Mia Grünberg.
00:01:43: Ich bin siebenundzwanzig Jahre alt und jetzt in meinem letzten Ausbildungsjahr als Hebamme.
00:01:48: Und in welchem Rahmen machst du jetzt dieses Praktikum?
00:01:52: Bei uns im Studium ist es so dass im vierten Jahr einen Praktikkumsjahr stattfindet wo wir drei unabhängige Praktika noch haben und das ist jetzt eines davon wo ich ausgesucht habe.
00:02:03: Ganz kurz, warum hast du es dir ausgesucht?
00:02:06: Wir haben verschiedene Portfolios von der ZAW bekommen und ich habe mich dann durchgelesen.
00:02:12: Ich finde das ein sehr spannender Bereich.
00:02:16: In unserem Studium kommt Pospat auf alle Depressionen oder generell psychische Erkrankungen nach der Geburt manchmal zu kurz.
00:02:25: Und ich glaube, wir können auch schon im Spital im frühen Wochenbett viele Frauen damit abfangen.
00:02:31: Wenn wir die Symptome besser kennen oder wenn wir sehen, dass eine Frau schon eine Vorgeschichte hat.
00:02:36: Dass wir dann genauer draufschauen und dann auch früher Wege einleiten, das wir helfen können.
00:02:43: Rebecca Kavli, du hast mir vorhin gesagt, du bist seit zwanzig Jahren auf dieser Mutter-Kind-Station hier.
00:02:50: Erzähl doch was über dich!
00:02:53: Ich arbeite seit fast genau zwanzig Jahren auf der Abteilung.
00:02:58: Bin seit Januar, die Stationsleitung.
00:03:03: Als Erstausbildung habe ich Kindergärtnerin gelernt und danach Pflegefachfrau mit Spezialgebiet Psychiatrie.
00:03:11: Damals vor zwanziger Jahren hat mich die Mutter-Kind-Station interessiert, v.a.
00:03:16: auch wegen dem ... Da ich da beides habe, die Kinder und die Psychiatriereigen.
00:03:23: Von mir haben wir gehört, dass sie siebenundzwanzig ist.
00:03:26: Wie alt bist du?
00:03:28: Ich bin neunundvierzig und selber Mutter.
00:03:30: von zwei Kindern sind neun und zehn Jahre
00:03:34: alt.
00:03:35: Mutter-Kind-Abteilung – das ist ein Begriff da könnte man sich jetzt vieles vorstellen.
00:03:43: aber ganz grundsätzlich für wen seid ihr da Rebecca?
00:03:47: Wir sind für Mütter hier die Nach der Geburt um die Geburt, aber auch um das Muttersein.
00:03:54: Probleme haben psychische Probleme.
00:03:57: Das sind postnatale Depressionen und postnatal Psychosen.
00:04:02: Aber auch ganz viele Erschöpfungsdepressionen, Paarproblematiken oder einfach wirklich große Schwierigkeiten mit der Adaption an das Muttersein.
00:04:16: Und wie äußert sich das?
00:04:18: Vielleicht kannst du es auch an einem Beispiel ... Erzählen.
00:04:22: Man kennt ja den Begriff Babyblues, aber das, was ihr da macht oder behandelt, ist etwas ganz anderes?
00:04:31: Babyblus ist das Gängige, was man sagt.
00:04:34: Es gehört dazu und es kann vorkommen.
00:04:37: Das ist im normalen Rahmen.
00:04:40: Wenn eine Mutter zum Beispiel gar nicht mehr fähig ist, einem Kind zu schauen ... nicht mehr aufstehen kann am Morgen.
00:04:48: Der Tag einfach nur vom Morgen an schon Horror ist, sie weiß nicht wie sie den Tag rumkriegt.
00:04:56: teilweise auch große Ängste dem Babynicht gerecht zu werden die Anforderungen auch nicht mehr zu können also das Kind nicht wickeln zu können, das Kind Nicht schöpeln zu können stillen zu können Das sind so wirkliche Alarmzeichen, was nicht mehr zu Hause geht.
00:05:19: Vielfach kommen die Mütter relativ spät zu
00:05:23: uns,
00:05:24: wenn auch das ganze System schon an seinen Grenzen ist.
00:05:29: Und wie kommen die mütter zu euch?
00:05:31: Also melden sie sich selbst an oder sind das Zuweiserinnen, Hausärzte, Beistände
00:05:41: usw.?
00:05:42: Wir haben die verschiedensten Zuweiser.
00:05:45: Ein Teil der Mütter ruft selber an, manchmal rufen auch Väter an.
00:05:51: Dann haben wir Kinderärzte, die bei den Kontrollen sehen, dass es den Müttern nicht gut geht.
00:05:57: Teilweise auch Klinikologen, Hausärzte und Psychiater-Psychologen.
00:06:05: Wir haben aber auch Frauen ... meist schon vor der Geburt angemeldet werden.
00:06:13: Von der
00:06:13: KESP,
00:06:14: von Beiständen und von Wohnheimen.
00:06:18: Also eigentlich wirklich das ganze Spektrum.
00:06:22: Jetzt sagst du manchmal habt ihr auch Zuweisungen oder Telefone von der KASP, der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde?
00:06:32: Das heisst ... also vor der Geburt, bevor eine Frau ihr Kind zur Welt bringt.
00:06:38: Das heißt es gibt schon Alarmzeichen in der Schwangerschaft.
00:06:44: Bedeutend dass zwangsläufig auch das sind Frauen die schon eine psychiatrische Vorgeschichte haben oder äußert sich das manchmal einfach explizit in der schwangerschaft?
00:06:55: kann sich explizit in der Schwangerschaft schon äußern, in Form von Prenataldepression.
00:07:02: Es ist aber eher die Ausnahme, dass dann die Käse involviert ist.
00:07:06: Aber wo die Käsi involvierte sind, das sind meistens vorerkrankte Frauen häufig im Zusammenhang mit Substanzabhängigkeiten.
00:07:16: Das sind ganz schwierige Geschichten Kann man sich vorstellen, Mia du bist eine junge Frau.
00:07:24: Du studierst Hebamme.
00:07:26: jetzt so dieser ist ja sein Gegensatz.
00:07:30: oder vom Bild der glücklichen schwangeren Frau frisch gebackenen Mutter und den Frauen, die hier sind.
00:07:41: Den Geschichten, die du hier auch mitbekommst war dir das bewusst so dass es diese Seite der Schwangerschaft und Geburt auch gibt?
00:07:51: Ja mir war das bewusst.
00:07:52: ich finde es auch sehr wichtig Dass man das weiß und dass die Realität ist, kommt häufiger voraus.
00:08:00: Man denkt viele sieht man gar nicht und macht das meistens mit sich selber aus anstatt Hilfe zu bekommen oder zu holen.
00:08:09: Ich habe nachgelesen, man geht davon aus, dass fast jede fünfte Frau in der Schweiz während der Schwangerschaft unter psychischen Problemen leidet, die manchmal auch behandelungsbedürftig sind.
00:08:24: Wie siehst du das, Rebecca?
00:08:26: Vielleicht auch wie gross ist das Tabu rund um psychische Schwierigkeiten in der Schwangerschaft oder rund um die Geburt heute.
00:08:36: Es
00:08:37: ist auch heute nach wie vor ein großes Tabutthema nur schon auszusprechen dass man an seine Grenzen kommt oder es nicht so als schön und wunderbar empfindet, Mutter geworden zu sein.
00:08:51: Wenn es einen Aufenthalt auf einer psychiatrischen Abteilung braucht umso größer.
00:08:58: das zeigt sich auch darin dass eben viele Mütter sehr spät kommen wenn's einfach wirklich nicht mehr anders geht zu Hause.
00:09:08: gleichzeitig zeigt sich aber auch bei den Frauen die auf der Abteilungen sind den Kontakt untereinander schätzen und hier wie erfahren dürfen, es gibt mehr Frauen die das haben.
00:09:24: Unsere Frauen sagen oft dass ihnen das auch am meisten bringt einfach den Kontakt zu den Mitpatientinnen zu haben und zu sehen.
00:09:32: ich bin nicht alleine in dieser Situation.
00:09:35: Ja, wie schätzt du das ein?
00:09:37: Also das Tabo, wie groß das ist als du sagst jetzt du warst dir bewusst Gut, du bewegst dich auch in dieser Bubble sag ich jetzt mal.
00:09:48: Und ja manchmal hat man ja auch das Gefühl in den sozialen Medien wird heutzutage über alles gesprochen.
00:09:55: Wie nimmst du das wahr?
00:09:57: Ich lebe postpartale Depression generell psychische Erkrankung.
00:10:02: nach der Geburt habe ich das Gefühl wird in solch mir dann nicht so viel.
00:10:06: Es ist sehr großes Tabur es wird eher Die Happy Mamas gezeigt, wie schön nach dem Wochenbett läuft.
00:10:13: Alles super!
00:10:14: Und man sieht eigentlich nicht was alles noch dahinter ist.
00:10:17: Das ist so ein bisschen die Träumwelt und ich sehe das schon auch aus... Also ich fahre es sehr fest als ein Tabuthema dass nicht gerne angesprochen wird und einfach das Schöne gezeigt wird.
00:10:29: aber was eigentlich alles hinter den Türen läuft sieht man meistens nicht.
00:10:34: und wie's der Frau wirklich geht.
00:10:36: Rebecca, du hast gesagt, ihr seid eine psychiatrische Station.
00:10:39: Also ihr seid auch der Psychiatrie hier angegliedert im Spital Auffoltern?
00:10:45: Was bedeutet das für den Tagesablauf hier?
00:10:50: Irgendwo steht in einer Broschere oder im Internet habe ich gelesen es ist kein Wellnessaufenthalt was wir hier bieten.
00:10:59: Ja also die Mütter haben einen strukturierten Tagesablauf.
00:11:05: Kinder werden fünf Stunden in einer eigenen Kinderkrippe betreut und in dieser Zeit haben die Mütter Therapie.
00:11:14: Das ist Psychotherapie, aber auch verschiedene Gruppenterapien wie Bewegung mit Musik.
00:11:22: Es gibt pädagogische Therapien, es gibt auch pädagogische Einzelgespräche einfach je nachdem was der Bedarf auchter.
00:11:31: Das ist ein rechtes Programm, das man hier bewältigt.
00:11:37: Wie groß schätzt du die Schwelle ein für Frauen herzukommen?
00:11:45: Manchmal dauert es auch sehr lange und die Frauen funktionieren eigentlich sehr lange.
00:11:50: Ich denke, die Schwellen sind hoch, sich anzumelden ... Vielfach hängt es auch damit zusammen, dass man sich in diesem Moment eingestehen muss.
00:12:00: Dass das nicht mehr geht und krank ist.
00:12:06: Wie muss ich mir das vorstellen?
00:12:08: Von der sozialen Durchmischung hier auf der Station ist das bunt gemischt oder gibt's da bestimmte Gruppen, die eher vertreten sind?
00:12:18: Es ist sehr buntgemischt ... Es ist wirklich von der achtzehnjährigen Mutter, die vielleicht keine Ausbildung machen konnte und dann schwanger wurde bis zur vierzigjährigen Professorin an der Universität.
00:12:36: Es gibt glaube ich keinen Beruf den ich hier noch nie gesehen habe.
00:12:42: es ist auch sehr ausgeglichen von alleine erziehend über Familie, erstes Kind, zweites Kind, drittes Kind.
00:12:53: Also es gibt wirklich alles.
00:12:55: Heißt das auch grundsätzlich?
00:12:57: Das kann jeder Frau passieren oder gibt es Risikofaktoren?
00:13:01: Wenn ich jetzt das hören würde vielleicht als junge Frau mit Kinderwunsch, kann ich etwas tun damit's mir nicht passiert.
00:13:09: in Anführungszeichen
00:13:10: Ich glaube leider dass es wirklich jeden treffen kann.
00:13:15: Es gibt sicher Faktoren die es begünstigen wenn zuvor auch schon eine psychiatrische Erkrankung bestand.
00:13:24: Oder was wirklich nachgewiesen ist, dass beim ersten Kind eine postnatale Depression besteht und das Risiko erhöht ist beim nächsten Kind an einer postnatalen Depression zur Kranken.
00:13:39: Wir haben sehr viele Frauen hier aus dem Nix.
00:13:43: keine Vorerkrankung haben, nie Kontakt hatten mit einer Psychiatrie und durch das Ereignis der Geburt und des Mutterwerdens in eine Situation kommen die sie nicht mehr managen können.
00:13:57: Jetzt haben wir gehört es gibt Therapien einzeln und Gruppentherapien.
00:14:02: welche Rolle spielen Medikamente?
00:14:06: Wir arbeiten mit Medikamenten.
00:14:08: Es ist aber nicht so, dass jede Mutter bei uns Medikamente braucht.
00:14:13: Wir arbeiten auch mit pflanzlichen Medikanten.
00:14:16: Es sind sehr selten, dass wir wirklich sagen, es muss jetzt sein.
00:14:21: Häufig sehen die Mütter in diesen Situationen selber, dass es ohne Medikamente nicht mehr geht.
00:14:28: Es gibt viele, die auch ohne Medikumente ... deutlich besser wieder von hier gehen.
00:14:36: Und wie lange ist die Aufenthaltsdauer?
00:14:38: Die durchschnittliche Aufentaltsdauern ist vier bis so circa acht Wochen, der Austritt oder auch die Länge des Aufenthaltes wird mit der Mutter individuell angeschaut und besprochen.
00:14:50: also es ist eigentlich immer ein gemeinsamerer Entscheid.
00:14:54: Ist sie bereit für den Austritt genau?
00:14:56: geht sie wieder nach Hause?
00:14:58: Mia, du bist jetzt seit fünf Wochen ungefähr hier und das Praktikum dauert zehn.
00:15:03: Du bist in der Hälfte dieser Zeit ... Was hast du beobachtet?
00:15:08: Ich habe ganz verschiedene Geschichten kennengelernt.
00:15:11: Viele Frauen, die unterschiedliche Geschichten hat, wie Rebecca gesagt hat es ist eine große Breitspanne von Frauen hier Und ich habe auch Beobachter einer Frau von Beginn zu Jetzt was so eine Verbesserung gegeben hat.
00:15:27: Das ist sehr schön zu beobachten und zu sehen, was wir alles bewirken können hier in Erfoltern.
00:15:35: Kannst du das vielleicht ein bisschen ausführen?
00:15:37: Was Verbesserungen heißt jetzt ohne die Persönlichkeit dieser Frau zu verletzen aber vielleicht beispielhaft
00:15:46: also dass man im Verhalten gesehen hat, dass sie sehr zurückgezogen war.
00:15:51: Sie erinnert sich nicht viel auf uns zugekommen ist und jetzt wenn man im Gespräch mit der Frau ist, das sie offen ist, aufgehält, fröhlich und auch Spaß machen kann – genau!
00:16:05: Also da werden ja wahrscheinlich zum Teil auch Traumote aufgearbeitet?
00:16:10: Ja richtig schwere Geschichten...
00:16:14: Ich habe viel mitbekommen, dass die Geburt auch sehr oft ein Thema hier ist.
00:16:21: Was ich als Angehendeheber mir sehr wichtig ist, dass wir uns bewusst sind, dass eine Trauma-Erfahrung sein kann und dass wir das frühzeitig dann abfangen können wenn eine Frau eine traumatische Geburt hatte, auch vom Spital aus am Nachgespräch anbieten.
00:16:42: oder weiterschauen können, wie wir die Frau abfangen.
00:16:45: Das ist zunehmend ein Thema.
00:16:48: Auch Gewalt unter der Geburt hört man immer wieder.
00:16:52: Kannst du es noch an einem Beispiel sagen?
00:16:55: Was hast du jetzt hier erlebt?
00:16:59: Trauma unter der Geburte oder bei der Geburte?
00:17:02: Ich glaube, was oft zu einem Trauma führen kann, wenn eine Notfallsituation eintritt ... Und dann das erste Team und das Hebammen-Team, also das geburtshelfliche Team sehr schnell reagieren muss.
00:17:17: Und wenn meistens eine Vollnakose bei einem Kaiserschnitt durchgeführt werden muss... ...und die Frau vom einen Moment zum anderen nicht mehr schwanger ist,... ...und häufig das Kind auch nicht beide Mutter sein kann, sondern auf die Nioh gehen muss.
00:17:32: Das ist ein eingreifender Moment, als das Kind im Bauch war.
00:17:37: und plötzlich nicht mehr da war.
00:17:39: Und die Frage, die eigentlich die Spanne nicht erlebt
00:17:41: hat.
00:17:42: Neo ist die Neonatologie.
00:17:44: Kannst du hier etwas ergänzen?
00:17:46: Was den Bereich Geburt und vielleicht Traumata betrifft Rebecca?
00:17:52: Ja also auch da erlebe ich noch sehr viele Stigma.
00:17:58: da.
00:17:58: eigentlich zur Sektion.
00:18:01: Es gibt ganz viele Frauen, die wünschen sich eine natürliche Geburt.
00:18:06: es kommt aus Notfallgründen zu einer Sekzio.
00:18:10: Und die sind dann wirklich bei uns und haben das Gefühl, dass Leben vom Kind ist jetzt verloren, weil das Bonding nicht direkt stattfinden konnte.
00:18:21: Es geht wirklich ... hab ich auch mehrfach gehört.
00:18:25: Das gibt autistische Kinder mit Lernschwierigkeiten, weil es Bondings nicht stattgefunden hat.
00:18:33: Und das finde ich so schlimm für solche Sachen.
00:18:37: verbreitet werden und die Mütter glauben das.
00:18:40: Und kommen dann so in Not?
00:18:43: Also Bonding, die ganz nahe erste Beziehung zum Kind
00:18:48: ... Das Direkte eigentlich auf die Brust legen nach der Geburt.
00:18:54: Dass halt wirklich immer wieder nicht möglich ist aus medizinischen Gründen.
00:18:59: Ja, ich glaube, dass man dem Kind die Nähe auch anders geben kann mit... Jedem starrt, dass man das wieder aufholen kann.
00:19:08: Man kann es wieder gut machen aber ich finde es wirklich schlimm wenn die Mütter durch solche Aussagen dann so in eine Not kommen.
00:19:20: dasselbe auch ein bisschen für's Stillen.
00:19:23: ja still ist das Beste fürs Kind.
00:19:26: wir unterstützen das hier auch sehr dass die mütter still und doch gibt es Situation Da geht es der Mutter durchs Stillen, so schlecht.
00:19:36: Dass man sagen muss, dass für das Kind's wohl ist es besser, wenn jetzt die Mutter abstilled und dem Kind anders dafür Nähe geben kann?
00:19:48: Diese Beispiele, die du jetzt genannt hast ... Das Stigma, das vielleicht auch aufgebaut wird.
00:19:54: Wenn ich einen Kaiserschnitt habe, Notfallkaiserschnitte.
00:19:58: dass das dem Kind nicht gut tut, woher du denkst.
00:20:02: Oder was hörst du da?
00:20:04: Da hören wir immer wieder, dass es Hebammen gibt, die solche Meinungen vertreten und ich weiß nicht ob man sich teilweise nicht bewusst ist wie abhängig die Mutter in der vulnerablen Situation der Geburt,
00:20:26: der
00:20:27: Mutterschaft ... auf solche Aussagen ist.
00:20:32: Oft sagt es die Hebamme vielleicht einfach so nebenbei, aber für die Mutter ist das dann so absolut und sie kommt dann in diese Situation, die sie so nicht wollte.
00:20:44: ja und das gibt einfach die kommen in so große Noten an Und da sind wirklich oftmals auch Frauen mit guter Ausbildung die viel, die belesen sind.
00:20:58: Die geschaut haben oder auch selber von solchen Berufen kommen und alles einfach richtig machen wollen.
00:21:10: Und ich habe wirklich das Gefühl mit der Vulnerabilität vom ganzen Mutterwerden-Muttersein festigt sich dann so im Kopf dass es wie absolut
00:21:21: ist Und auch einschneidende Folgen hat für die kommende Zeit.
00:21:26: Genau, sehr einschneeitende Folge hat für diese kommenden Zeiten.
00:21:31: Wenn du das hörst, Mia ... Du wirst jetzt heber mehr arbeiten?
00:21:38: Wie schätzt du das an?
00:21:40: oder wie kommt es bei dir an?
00:21:42: Ich finde es wichtig, dass Rebekka das gesagt hat!
00:21:45: Weil es ist eine Zeit, und die Frauen legen alles auf die Goldenwaage wie sie gesagt haben.
00:21:49: Wenn man einfach nebenbei Englitz was schnell schnell sagt das hören die Frauen.
00:21:53: Und die Frauen hören vor allem solche Dinge und nehmen das auch mit.
00:21:58: Ich kann mir gut vorstellen dass gewisse Hebammen gibt, die eine andere Vorstellung haben und dann ihre Vorstellung wie den Frauen übermittelt wobei's wichtig ist, dass wir neutral sind.
00:22:12: Was ich mir aber zusätzlich Also was ich auch glaube, ist durch die ganz solche Medien wird sehr viel geredet.
00:22:21: Es werden sehr viele Reals aufgenommen und es kommen sehr viele Informationen zusammen, die aber nicht überprüfbar sind.
00:22:31: Und ich glaube dadurch hat man auch verschiedene Informationen, die gar nicht überprüfbar sind.
00:22:37: Dann hat man so viel im Kopf und weiß gar nicht mehr, was stimmt.
00:22:40: Was kann eigentlich stimmen?
00:22:41: Und dann fängt das Gedankenkarussell an... ...und dann macht man sich Angst.
00:22:45: Und dann ist man wieder in der Spirale
00:22:48: drin.".
00:22:49: Rebecca, du nimmst es auch so wahr, dass die Frauen hier auch in einer Wunderablen oder in einer Unsicherheit getroffen werden?
00:23:01: Ja sehr!
00:23:02: Ich glaube, dass was Mia sagt durch die ganzen Social-Medias und all die Kanäle, die man sich anschauen kann.
00:23:10: Und Apps zum Mutterwerden und Muttersein hat man teilweise auch fast zu viele Informationen, die eben wie du sagst gar nicht mehr überprüft werden.
00:23:23: Man muss es so machen und dann funktioniert das nicht so.
00:23:27: Wie ist sie da?
00:23:28: in Social Media gesagt haben und mein Kind macht das nicht so oder mein Kind schläft nicht so, dass man dann auch schnell das Gefühl hat als Mutter zu versagen.
00:23:40: Du mir wirst als Hebamme die Frauen ja dann wahrscheinlich schon früher vielleicht sehen.
00:23:46: also wenn du Schwangerschaftsbetreuung machst irgendwann Was erhoffst du dir oder was nimmst du damit ganz konkret jetzt neben dem Wissen, was du vielleicht einbringen kannst?
00:24:00: Ich glaube, was sehr wichtig ist bei den Schwangerschaftsbetreuung sowie auch Geburt und Wochenbett.
00:24:05: Jede Familie ist individuell, jede Frau ist individuelle.
00:24:09: Und ich finde es auch sehr wichtig, dass man in den Vorgesprächen, also in der Schwangschaft das Thema anspricht und klar nachfragt ob psychische Erkrankungen Das macht man auch vorbestehend sind und aber auch im Wochenbett ganz klar sagt, dass es eine Zeit gibt.
00:24:28: Dass es den BabyBluß gibt.
00:24:30: Aber der sollte nach eins bis zwei Wochen nicht mehr da sein.
00:24:34: Und wenn die Gefühle immer noch da sind wie beim BabyBlus dann sollte man das ansprechen bei dem Wochenbrett oder der ambulanten Hebamme und sich Hilfe suchen und sagen, dass man Hilfe braucht genau.
00:24:48: Was bringt euch Rebecca auf der anderen Seite?
00:24:51: Auf der Mutter-Kind-Station, was bringt euch das, wenn ihr hier Praktikantinnen habt aus dem Hebammenstudium.
00:25:00: Wir schätzen die Studierenden aus der ZHAW sehr.
00:25:06: Unser Team besteht aus Pflegefachfrauen mit verschiedenen Richtungen aber wir haben keine Hebammen im Team.
00:25:15: Dadurch haben wir auch die Hebammenvertretung, die übernehmen dann auch die Wochenbettkontrollen und ich finde es ganz wertvoll für die Studierenden selber eben genau diese Botschaft mit ins Berufsleben zu nehmen.
00:25:33: Dass man wie früher erkennt wann braucht eine Mutter Unterstützung?
00:25:38: oder was könnte sich jetzt hier entwickeln?
00:25:41: Und einen feinfühligen Umgang damit entwickeln.
00:25:46: Die Frauen treten irgendwann aus diesem geschützten Rahmen, in dem sie hier sind.
00:25:54: Wann ist jeweils der Zeitpunkt, wo man sagt doch jetzt kann man die Frau und es darf man nicht vergessen immer ein Kind, mindestens ein Kind betroffen.
00:26:08: Jetzt sind die bereit um wieder in den Alltag entlassen zu werden.
00:26:13: Und was stellt man Ihnen vielleicht auch als Unterstützung ambulant zur Verfügung?
00:26:19: Ich finde das ganz spannend und immer wieder beobachtet jetzt über die Jahre, dass die Mütter, die eintreten, häufig wollen sie nicht hier sein.
00:26:28: Dann sind Sie okay mit dem hier und können sich nicht vorstellen, wieder auszutreten.
00:26:36: Sie machen bei uns wochenend Beurlaubungen, also Belastungsbeurlaubung üben zu Hause.
00:26:43: Die Ersten sind vielleicht schwierig und irgendwann kommt der Punkt, wo sie sagen ach jetzt wäre ich am liebsten zu Hause geblieben.
00:26:51: Und das ist für uns so eigentlich die optimale Situation, wo wir dann auch sagen jetzt ist es wirklich Zeit zum gehen.
00:27:00: Und die meisten freuen sich wirklich auf den Austritt.
00:27:05: Wir schauen dass Sie eine Nachbetreuung haben, eine Hebamme, Psychiatrie, Spitexist oftmals noch unterstützend mit dabei.
00:27:14: Sie haben ihre Therapeuten, teilweise wird auch noch Kinderbetreuung aufgegleist wenn die Mütter mehr Zeit für sich brauchen.
00:27:25: Also es wird hier geschaut dass das Setting nachher weitergeht.
00:27:30: Häusliche Gewalt oder auch so konflikthafte Beziehungen oder die gibt es?
00:27:36: Mit welchem Gefühl ... Lässt man quasi eine Frau dann und mit Kind nach Hause.
00:27:44: Oder kann man sie da auch zusätzlich schützen?
00:27:48: Oder arbeitet man mit dem Mann auch?
00:27:51: Wir arbeiten auch mit Paargesprächen oder mit Familiengesprächen.
00:27:57: Häusliche Gewalt besteht, ist oftmals noch andere Institutionen mit drin.
00:28:04: Entlassen nicht jemand einfach in das alte Setting, wo wir wissen, dass häusliche Gewalt besteht.
00:28:10: Entweder gibt es auch eine, kann auch mal eine Trennung geben oder die Mutter geht zu ihren Eltern und tritt mal zu ihren Eltern aus und man schaut nachher weiter.
00:28:21: Aber wenn wir wissen ,dass häuslicher Gewalt besteht entlassen wir nicht einfach in dasselbe Setting.
00:28:27: Gibt es auch Frauen, die bei einem zweiten oder dritten Kind wiederkommen?
00:28:33: Du hast jetzt zwanzig Jahre Erfahrung.
00:28:36: Wie ich schon gesagt habe, ist das leider oftmals so, dass wenn die Frauen bei einem Kind eine postnatale Depression haben und es sich wiederholt... Wir haben das immer wieder und wir haben aber auch einige Frauen, die auf der Warteliste haben, wo wir wissen, das ist jetzt das zweite Kind früh genug an, dass sie dann im Notfall wiederkommen könnten.
00:29:05: Sind aber auch auswärts angegliedert, dass man das Setting schon gleich anpasst.
00:29:10: Dass man wirklich nach der Geburt sehr gut schaut und je nachdem auch gleich mit Medikamenten anfängt.
00:29:18: Dass es möglichst nicht zu einem Aufenthalt kommt.
00:29:22: Aber wenn es trotzdem so ist ... ja... diesen Frauen fällt es dann oft auch viel leichter ein zweites Mal zu kommen, weil sie wissen da wird ihnen geholfen und sie werden wieder besser nach Hause gehen.
00:29:38: Stichwort Warteliste hast du jetzt noch genannt?
00:29:41: Ihr habt sechzehn Plätze für Frauen und Kinder bis zu drei Jahre.
00:29:48: Wie seid ihr ausgelastet voll oder wie lange ist die Wartelliste?
00:29:54: In der Regel sind wir voll ausgelastet genau und haben eine Warteliste.
00:30:02: Durchschnittlich würde ich mal sagen, zwei bis drei Wochen wartezeit.
00:30:06: Es kann mal länger sein, es kann aber auch mal wieder sein, dass es sehr schnell gehen kann.
00:30:11: Aber das bedeutet doch darauf hin, dass zu wenig Plätze gibt für betroffene Frauen in der Schweiz?
00:30:18: Ja, das denke ich, das ist so!
00:30:21: Mia, du gehst in fünf Wochen zurück an die ZHW oder in ein weiteres Praktikum und schließt dann mit dem Bachelor den Studium ab.
00:30:33: Wenn du jetzt diese erste Hälfte dieses Praktikums hier in Auffoltern anschaust, gibt es einen Erlebnis, dass dir ganz besonders bleiben wird?
00:30:44: Ich glaube was mir besonders in Erinnerung bleibt sind die Gespräche mit den Frauen und was auch, dass man sehr schnell eine Beziehung zu den Frauen aufbauen kann.
00:30:58: Und dass die Gespräche sehr ehrlich sind?
00:31:03: Vielleicht zum Schluss noch die Frage.
00:31:05: Wir haben über Stigmata, über Vorurteile gesprochen.
00:31:11: Wie könnte sich das in der Gesellschaft verändern?
00:31:14: Habt ihr da eine Vision?
00:31:17: Ich glaube schon, dass es abgebaut wird ... Jetzt ist eine Generation, wo psychische Kranken nicht nur rund um Schwangerschaftswochenbett und Geburt sondern ich glaube wir sind schon eine Generation also die neue Generation wo viel darüber spricht dass es psychische Krankung gibt.
00:31:34: Also ich hoffe zumindest das es sich langsam abbaut.
00:31:39: Teilst du diese Hoffnung?
00:31:41: Die Hoffnung teile ich ja!
00:31:43: Und ich mache immer wieder die Erfahrungen jetzt auch durch diesen Podcast dass einfach ein offener Umgang mit dem Thema und ein breiter Umgang hilft.
00:31:57: Und wir arbeiten auch mit dem Verein Peripato zusammen, und viele Ex-Patientinnen von uns sind dort dabei.
00:32:09: Das merke ich immer wieder, dass ehemalige Patientinnen ein großes Bedürfnis haben, das öffentlich zu machen und so den Druck und das Leiden für ... weitere Frauen zu minimieren, damit sie da stehen und sagen, ich habe das auch erlebt.
00:32:27: Und
00:32:28: es
00:32:30: kommt wieder
00:32:30: gut.".
00:32:37: Herztöne der Hebammen Podcast des Schweizerischen Hebammenverbandes.